Abenteuerreisen Deutsche Bahn

Ihr wisst, ich gehöre wirklich zu großen Fans der Deutschen Bahn, dieses Jahr hab ich damit nicht so viel Glück. Ich wache auf mit Kater und während mein Kaffee durchläuft, check ich mein Handy, ob der Zug pünktlich ist. Ist der Zug weg! Ich so: Hä?! Morgens halb zehn kann man ja auch sein freundliches Reisebüro bemühen. Das schickt mir auch tatsächlich eine neue Verbindung. Durchatmen.

Der Regen hat aufgehört, Haslach zeigt sich nochmal von seiner schönsten Seite.

Mein Mantel ist allerdings noch klitschnass von gestern Nacht, weil zwei, die nach mir gekommen sind, ihre Jacken auf meine gehängt haben. Ja, auch das gehört zu einer Familiengarderobe. Am Bahnhof fragt mich ein Tourist auf englisch, ob ich ihm ein Ticket aus dem Automaten ziehe. Na klar. Leider noch nicht frisch im Kopf, ziehe ich meinen Rollkoffer über den Wollmantel, den ich zum Trocknen aufgehängt hatte, Loch drin. Läuft ja super.

In Offenburg sitz ich dann im Zug und man entschuldigt sich, dass man nicht losfährt, aber es sind Personen im Gleis. Da sind sie lange. Nach 2 Stunden steht ich da immer noch. Nichts rein, nichts raus. Durchsagen und Anzeigen widersprechen sich, die App legt noch einen drauf. Ich rufe wieder mein freundliches Reisebüro und frage, ob der ICE nach Berlin eine kluge Alternative wäre, denn für den hab ich mich einfach mal entschieden. Der steht zwar auch nur, bringt mich aber später wenigstens schon mal in meine Richtung. Mein Reisebüro antwortet „Nein, steig da wieder aus, deiner über Baden-Baden kommt in 10 Minuten.“ Mach ich natürlich. Nach 15 Minuten ist immer noch nichts da, statt dessen klingelt mein Handy und die Stimme sagt „Es tut mir so leid, ich hab mich im Datum vertan und der ICE nach Berlin wäre richtig gewesen.“ Der ist nun aber weg.

Ich hab Puls, Schwindel und will nach Hause. Als ich dann irgendwann im ICE über Mannheim sitze und die Fahrkartenkontrolle mich anguckt und zu mir sagt „Sie sitzen aber im falschen Zug“, bin ich kurz davor, auszurasten. Ich wende meinen Todesblick an und frage „Möchten Sie das wirklich mit mir besprechen?“ Nein, möchte sie nicht. Da weiß jemand gar nicht, dass gerade sein Glückstag war!

Zu spät zu Hause habe ich Hunger wie ein Bär, entscheide mich kurzerhand für die Burgerbude, weil sie am schnellsten geht. Steht die Feuerwehr vor der Tür, die Fritteuse brennt. Leute, ich sag es euch… Es gibt Tage, die glaubt dir keiner. Jetzt hilft nur Bier, zum Glück spielt eine Liveband am Markt und ich lass es nochmal krachen. Mein freundliches Reisebüro ist auch dort und entschuldigt sich mit viel Ouzo. Als ich nachts nach Hause komme, finde ich das in Alex Status:

Genauso ist es. Jetzt kann ich schön schlafen. Und meinem Reiseonkel hab ich auch schon verziehen.

3 Kommentare

  1. Meine „stetig steigenden“ Ansprüche an die DB in chronologischer Auflistung:
    2010 : Hoffentlich bekomme ich guten Sitzplatz ohne Reservierung
    2015 : Hoffentlich habe ich Internetverbindung während der Fahrt
    2020 : Hoffentlich geht mein Zug
    2022 : Hoffentlich liegen auf der Strecke, die ich gerade ungeplant nehmen muss, überall Schienen, sind keine Personen/Tiere im Gleis, sind Weichen nicht defekt, geht kein Wind, ist es nicht über 30°C oder unter -5°C und alle Stellwerke sind im Dienst.

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