Die blanke Verzweiflung (Alkmaar)

Es ist unglaublich schwül heute morgen. Bevor ich weiterfahre, mache ich noch einen Abstecher zum Strand, der ist unglaublich schön.

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Um mir das Abfahren der Campingplätze zu ersparen, buche ich mir ein Zimmer in Alkmaar, der nächstgrößeren Stadt. Bei 100.000 Einwohnern wird es ja wohl Kneipen geben, die Fußball zeigen. Da ich erst ab 15 Uhr ins Zimmer kann, verbummel ich so den Tag. Und dann beginnt das Drama. Mir war klar, dass ich ein Zimmer in der Innenstadt habe. Mir war nicht klar, dass hier heute ein Stadtfest ist. Sowas wie Musikfest mit Mittelaltermarkt und damit nicht genug, auch noch verkaufsoffener Sonntag. Ein Menschenauflauf ohne Gleichen. Mein Navi will mich immer in Straßen leiten, in die ich nicht fahren kann oder darf. Nach 90 Minuten bin ich gar gekocht. Ich weiß nicht, was schlimmer ist, mein Geruch oder mein Vokabular.

Wie immer im Leben wird am Ende alles gut. Irgendwie klappt es dann doch noch und nach einer Kanne Tee, einer Dusche und frischer Kleidung bin ich sogar bereit, mich ein weiteres Mal auf diese Stadt einzulassen.

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Ich schieb mich so durch und probiere diese Pommes, für die ich wirklich 20 Minuten anstehe. Was bitte ist so toll an denen? Ich konnte nichts außergewöhnliches entdecken.

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Zum Fußballgucken hatte ich mir den Irish Pub ausgesucht. Leider ist hier die Resteparty des Straßenfestes. Hier kann gar keiner mehr stehen. Ganz gruselig. Dann beginnt die lange Reise durch die Bars. In allen läuft Formel eins. Keine einzige zeigt Fußball. Um 20:55 Uhr erkläre ich die Mission für beendet und will bei mir um die Ecke in dem schönen Restaurant draußen sitzen, aufs Wasser gucken und mit einem schönen Rotwein auf Deutschland trinken. Noch nicht zu Ende gedacht, fängt es an, zu regnen. Also, läuft ja wie am Schnürchen!

Ich quetsche mich als letzte um 20:59 Uhr in den Spar-Markt, hebe schon beim Reingehen entschuldigend die Hände und sage, es sei ein Notfall. Eine Flasche Rotwein gegriffen, bezahlt und raus. Na, wenigstens das. Trinke ich jetzt halt auf Deutschland und Italien. Da fällt mir ein… Internet! Schnell den Laptop geholt, Das Erste im Livestream, kommt das hier:

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Geht im Ausland nicht. Tage wie dieser… Und plötzlich höre ich Namen unserer Nationalspieler! Der Sohnemann meiner Gastfamilie guckt über Internet! Ich frag höflich, ob ich mitgucken darf. Ich glaube, er ist nicht begeistert, aber er lässt mich.

Also wenn ich alles geglaubt hätte, aber nicht, dass ich dieses Spiel noch sehen werde. Und so trinke ich am Ende mit seinem Papa auf Deutschland, Italien und das Internet.

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It’s so sticky this morning. Before I leave I have a look at the beach, that’s so beautiful.

To avoid to stop at every campsite, I book a room in Alkmaar, the next bigger town. With 100.000 inhabitans there must be bars, where football is shown. Because I can only check in at 15h, I slack through the day. And then the drama starts. I knew I had a room in the city center. I didn’t knew there was a festival with music and middleage market. And not enough, shops open on sunday, too! The city is crowded, absolutely packed. My navi always wants to lead me to roads I can’t go to or I am not allowed to. After 90 minutes I am done and don’t know what’s worse. My smell or my language.

And as always in life it’ll be good at the end. Somehow I got there and after a pot of tea, a shower and fresh clothes I am ready to give this town a new chance.

I try to find a way through the crowd and try the fries, for which I have to queue really 20 minutes. What’s so great about them? I can’t find anything special.

I decided to watch the football in the Irish Pub. But unfortunately here is the restparty of the festival. Everybody is totally shitfaced. Terrible. Then a long journey starts through all the bars. They all show formular one. None of them shows the football. At 20:55h my mission is finished. I just want to sit in the nice restaurant around the corner, look at the water and drink to Germany with a good red wine. I haven’t even finished the thought, when it starts to rain. It runs like clockwork.

At 20:59h I push myself through the door into the Spar-market, raise my hands, apologize and say it is an emergency. Grab a bottle of red wine, pay and leave. At least that worked. Now I drink to Germany and Italy. Then… Internet crosses my head! Get the laptop, put in the livestream and then…

It doesn’t work abroad. Days like these… And suddenly I hear the names of our national team! The son of my hostfamily is watching on the internet! I ask very politely, if I can watch with him. I guess he isn’t happy, but lets me.

The last thing I expected today is that I would really watch the game. And so at the end I drink together with his dad to Germany, Italy and the Internet.

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