Und dann nüscht wie raus zum Wannsee (Havel 3)

oder „Oberst von Gatow mit dem Dolch im Salon“

Mein Gastgeber verabschiedet mich um 7 Uhr mit den Worten „Wie kann man bloß mitten in der Nacht Fahrrad fahren?“ Ich bin ausgeschlafen und erreiche noch vor 9 Uhr Oranienburg. Hier das Schloss:

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Ich finde die Innenstadt nicht und frage einen Mann auf der Straße. Der antwortet „Da stehste drin!“ Ach so… Na, dann kann ich ja weiter fahren. Was war ich froh, hier nicht übernachtet zu haben. Über Hennigsdorf

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geht es weiter nach Spandau. Berlin und ich werden keine Freunde mehr. Es ist mir einfach von allem zu viel da. In meinem Radführer stehen exakte Wegbeschreibungen wie „biegen Sie rechts ab in die …, dann links in die …“ Aber ich will nicht lesen, sondern Radfahren. Erst fehlt der Radweg, dann ist Baustelle, der dritte Anlauf gesperrt. Meine große Gelassenheit wird minder. Sch… auf Zitadelle, Sightseeing und sonst was. Ich suche einfach nur den kürzesten Weg hier raus. Über achtspurige Straßen. In der Innenstadt… Und hier übernachten? Never, ever. Ich bin schon 60 Kilometer gefahren, bis Potsdam wären es nochmal 30km. Egal. Alles ist besser als das. In Gatow bin ich wieder am Wasser und denke, ich habe es endlich geschafft, dann das:

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Das typischste Bild des Tages. Die Strecke entlang des Wannsees lässt mich wieder runterkommen. Die ist wunderschön. Im Radführer steht, wenn man hier ist, muss man auch über den See fahren. Ich warte auf das Schiff und tada… Wer kommt? Das schwäbische Paar aus meiner mobilen Reisegruppe! Wir fallen uns in die Arme als würden wir uns ewig kennen und schnattern bis auf die andere Seeseite durch. Die beiden besuchen Bekannte in Potsdam und bleiben zwei Tage. Wir werden uns also nicht wieder sehen und so verabschieden wir uns auch.

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Einfahrt nach Potsdam über die Glienicker Brücke:

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Legendär durch den Agentenaustausch. Was aber nur wenige wissen ist, dass sie in zwei verschiedenen Grüntönen gestrichen ist. Eine Hälfte für Berlin und die andere für Brandenburg.

Mein Freund Uwe ist noch im Urlaub, so suche ich mir ein Quartier und werde in meinem Lieblingsviertel fündig. Ihr werdet lachen, aber selbst in Potsdam heißt es: Kein Internet, kein Frühstück. Dass es kein Frühstück gibt, stört mich ausnahmsweise gar nicht, denn Potsdam hat die geilsten Biobäcker der Welt.

Freitag Nacht in Potsdam und mir fallen nach dem zweiten Bier die Augen zu. Macht nichts, ich komm ja wieder. Ohne Berlin.

 

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