Die Rückreise

Jeder macht irgendwelche Witze darüber, was uns wohl aufgrund der grausamen Anreise heute auf der Rückreise erwarten wird. Der Tag startet gut und sonnig. Wir bekommen trotz früher Abreise ein Frühstück, das ist doch wunderbar. Und im Bus kann jeder nochmal die Augen zu machen, mit dem Schlafdefizit sollte es sich dann auch in Grenzen halten.

Wir sind alle beeindruckt vom Flughafen in Helsinki. Wahnsinnig schnell und sehr modern. Nichts mit Wanderstiefeln ausziehen, Gürtel raus und so Zeug. Ich weiß nicht, scheinbar haben die hier andere Maschinen als sonst wo in Europa.

Alles pünktlich, erste Hürde des Tages: Ich sitze mitten in einer pubertierenden Schulklasse mit einem Geräuschpegel deutlich über dem Airbus. Die Lehnen werden runtergedreht, alle Knöpfe gedrückt, alle Plätze durchgetauscht, es ist wie im Irrenhaus. Und kein Mensch sagt irgendwas. Weder die Lehrer noch das Flugpersonal. Was zur Hölle macht überhaupt eine Schulklasse an einem Samstag auf einem Lufthansaflug?

Anflug auf Frankfurt

Wir landen noch vor 15 Uhr in Frankfurt, mein Flug wurde umgebucht auf einen Zug um 18:40 Uhr. Das versuche ich natürlich zu ändern und erlebe ein Pingpong zwischen DB und LH, das sich gewaschen hat. Keiner will zuständig sein, am Ende steige ich völlig entnervt einfach in den nächsten Zug und entweder schmeißt der Schaffner mich raus oder nicht.

Die freundliche Zugbegleiterin lächelt mich an und sagt, „wenn Sie einen Platz haben, können Sie gerne bleiben.“ Wunderbar. Wir lernen: Vielleicht nicht zu viele Fragen stellen, sondern einfach machen. Der Zug hat 10 Minuten Verspätung, das macht nichts, denn ich sollte damit immer noch 2 Stunden früher zu Hause sein als geplant.

Ich hab Schmacht und Durst und gehe 8 Wagen weiter ins Bordbistro. Zwei Bier, ein Baguette, das sollte reichen.

Kurz hinter Kassel bleiben wir stehen. Länger. Ziemlich lange. Über eine Stunde. Irgendwelche Vollhonks haben Gehwegplatten auf die Gleise geworfen. Was für Arschgeigen machen sowas? Jetzt fährt ein Zug vorweg und checkt die Gleise. Voraussichtliche Ankunft: wie vorher. Zum Glück erspart mir Nadine die letzten 90 Minuten, weil ich zu guter letzt auch noch knapp meine S-Bahn verpasse.

Die An- (24 Stunden) und Abreise (17 Stunden) dieses Abenteuers war das größte Abenteuer. Ich freu mich unfassbar auf das eiskalte Bier in meinem Kühlschrank und mein eigenes Bett, ihr habt gar keine Vorstellung.

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