Andouille (Amboise)

Ich stehe früh auf und da das morgendliche Campingplatzgerödel entfällt, komme ich früh auf die Straße. Der Nebel wabert noch über der Loire.

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Die Zeitumstellung ist für mich ein Problem. Jetzt geht die Sonne erst um 8 Uhr auf und die Stunde bis dahin wird echt lang, weil es auch noch die kälteste ist. Ich kann nicht mal lesen. Aber das nur am Rande.

Die Loire ist ein Traum. Die muss man mit dem Rad fahren und nicht mit dem Auto. Alle 50 Meter kommt ein neues noch schöneres Fotomotiv um die Ecke. Ich kann aber nicht pausenlos anhalten.

Chateau d’Ussè

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Villandry

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Kurz zwischendurch: Eintritt liegt zwischen 10 und 20 Euro pro Person und Schloss.

In Chenonceaux fahr ich nur vorbei, der Helicopter für die Ansicht von oben war nicht im Preis inbegriffen.

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Endpunkt ist Amboise. Sehr schön. Hat mich an San Gimignano erinnert. Also in ganz klein.

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Der Campingplatz hat ein Restaurant. Ach ja, mal gucken. Speisekarte nur auf französisch. Nach drei Fehlversuchen lasse ich das googlen. Ich gucke mich um und höre, wie ein Ehepaar englisch spricht. Ich frage sie, ob sie auch französisch können und mir mit der Speisekarte helfen. Sie tun es, freundlich wie die Engländer sind. Andouille ist eine Wurst aus grob gehackten Innereien. Ich so „Oh Gott, auf keinen Fall!“ Sie meint, ich sollte Bavette bestellen, das sei ein Steak und nicht wie ich dachte, Nudeln. Gesagt getan. Was kommt? Die Wurst. Ich mit dem Teller rein. Ich sage „Entschuldigung, das habe ich nicht bestellt. Ich hatte Bavette.“ Er antwortet auf französisch und Dank seiner Gestik verstehe ich. Ich könnte ein anderes Essen bekommen, aber ich müsste es eben auch zweimal bezahlen. Jetzt führ mal diese Diskussion… Ich bin kurz davor, den Teller samt Innereienwurst an die Wand zu schmeißen. Das ist doch alles nicht wahr. Da kommt der Engländer. Er nimmt den Teller und sagt zum Ober, er würde es essen und bezahlen und für mich bitte das Steak. Ich bin so unendlich dankbar. Es sind Gil und David aus Nottingham, die mich dieses Mal retten. Wir verbringen den Abend gemeinsam und reden über England, das Königreich, den Brexit und natürlich über uns. Am Ende hab ich die widerliche Wurst schon vergessen. Aber Andouille werd ich mir merken.

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Andouille

I get up early and because I don’t have to pack my usual campstuff, I am on the road quite early. The fog is dancing on top of the Loire.

The time change is a problem for me. Now the suns rises not until 8h and the hour til then is really long. And it is the coldest even, too. I can’t even read, but that’s just on the edge.

The Loire is absolutely beautiful. But you have to go and see it by bike, not in a car. Every 50 meter there is an even nicer scene than just before. I just can’t stop every minute.

Chateau d’Ussè

Villandry

Just in between: The entrance is about 10 and 20 Euro per person and castle. I just pass Chenonceaux, because the helicopter for the view from above was not included.

Final destination is Amoise. Very pretty. Reminded me of San Gimignano. I mean in a very small version. The campsite has a restaurant. I could have a look, why not? Menu only in french. After three failed attempts I stop asking google.I look around and realize a couple speaking english. I aks if the speak french, too and might help me with the menu. Polite as the English are, they do. He says Andouille is a sausage made of chopped pluck. I think „Oh my goodness, no!!! Never!!!“ She says I should order Bavette, which is a steak and not pasta as I thought. Done. Guess what? I get the sausage. I take the plate, go inside and say „Sorry, that is not what I have ordered. I ordered Bavette.“ He answers in french and by his gestures he tells me I can get a second meal, but have to pay that as well of course. Now, how do you discuss that? I am very close to the point to throw the plate including the disgusting sausage against the wall. That just can’t be true. Suddenly the English man appears, takes the plate and let the waiter know, he is going to eat and pay for the sausage and I would still like to have the steak. I am so endlessly grateful. It is Gil and David from Nottingham, who rescue me this time. We spend the evening together and talk about England, the Kingdom, the Brexit and about us of course. At the end I have forgotten the disgusting sausage. But will remember Andouille.

Ein Kommentar

  1. Liebe Darina, irgendein Impuls sagt mir, dass ich Dich ermuntern soll, was ich hiermit auch gerne tue. Ich denke oft an unser MacroZusammentreffen in dem kleinen Hotel. So ein herzliches Meeting, das in kurzer Zeit solche Herzensumarmungen inne hatte – einfach zauberhaft. Ich hoffe, dass es Dir gut geht und Du die Tage in Frankreich mit Nebel, Dunkelheit, Regen etc. gut erLeben kannst. Bei so manchen Storys muss ich schmunzeln, denn ich habe auch so ähnliche Erfahrungen vor Jahren in der Bretagne gemacht. Ich muss gestehen – Frankreich zählt nicht zu meinen Reisezielen. Darina, ich wünsche dir Freude an jedem Tag, Liebe von allen Lebewesen die Dir begegnen und immer einen Hügel unterm Rad, den du mit ausgestreckten Beinen durch Pfützen hindurch mit lachendem Mund hinabsausen kannst. Sei wild, sei unangepasst und frei — sei ganz einfach DU selbst. Alles Liebe weiterhin auf Deiner Reise zu Dir, wünscht Dir von Herzen Doris.<3

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