Camping ist Abenteuer (Mariental)

Der Campingwahn lässt entgegen aller Prognosen einfach nicht nach und er hat seine Höhepunkte. Pfingsten ist einer davon. Ich glaube, wenn du nicht ein Jahr im Voraus buchst, kannst du es vergessen. Da mir das im Traum nicht einfallen würde, bleiben am Ende nur die schlechten oder die am Arsch der Welt übrig. Ich hab mich für zweites entschieden und so stehe ich kurz vor Helmstedt in Mariental.

Als ich mich an der Rezeption mit „Ich bin der Bulli ohne Strom“ anmelde, grinst jemand. „Wir haben telefoniert“, sagt er und bringt mich zu meinem Platz. Auf dem Weg dorthin sehe ich bereits Feuchtigkeit im Boden. Als ich rückwärts einparken will, drehen meine Reifen durch, dann Grip. Gut.

Die Wäsche hätte ich mir sparen können

Ich muss noch weiter zurück. Kennt ihr das Gefühl, wenn sich das Auto bei Zusammenspiel von Gas und Kupplung an Punkt X bewegen sollte? Natürlich. Macht er aber nicht. Mein Campingwirt beobachtet mich und ich sage „Das ist doch weich wie Butter hier, ich will mich nicht festfahren. Bitte einmal kein Abenteuer.“ Er lacht und sagt „Camping ist immer Abenteuer“ und nach einer Pause „dann zieh ich dich raus.“ Na, wunderbar.

Optisch steh ich traumhaft, akkustisch richtig schlecht. Mein Platz liegt an der Hauptstraße. Irgendwas ist ja immer. Mr. Campingplatz meinte, das würde sich noch legen und außerdem hätte ich hier die nettesten Nachbarn. Ich wundere mich, denn die nächsten Menschen sehe ich erst in 100 Metern Entfernung. Als ich von meiner Abendrunde zurückkehre, verstehe ich, was er meinte. Sich selbst. Also auf ins Pfingstabenteuer 2026!

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