Das ist genau, was ich befürchte, denn die Züge streiken. Ich frage meine Gastgeberin in St. Agnes zwei Tage bevor ich anreise, ob wenigstens der Bus nach Truro zuverlässig fährt. Sie bestätigt das, ich hake das ab. Als ich ankomme meint sie „Achso, was ich dir noch sagen wollte, das mit dem Bus klappt vielleicht doch nicht. Wir haben eine Baustelle auf der A30 und wenn da Stau ist, kommen die Busse nicht noch extra nach St. Agnes rein. Und eigentlich ist da immer Stau. Ich wusste das nicht, ich fahre nie Bus“ Ich verdrehe die Augen und denke, na wunderbar. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal… Sie empfiehlt mir den Schulbus, der geht sicher. Ja, aber mein Zug in Truro geht erst um 11 Uhr. Wie ich es hasse, wenn Leute über meine Zeit bestimmen. Und sie vor allem verplempern.
Sie vermietet noch ein weiteres Zimmer, in dem Tony liegt. Er hilft seiner Tochter, die hier gerade ein Haus gekauft hat. Er fragt mich morgens, wohin ich denn muss und ich sage „oben zum Spar“. „Das ist aber weit! Ich fahre dich.“ Ich sage nicht nein, bis ich merke, dass wir auf der falschen Straße sind. Ich sehe die Eichel am Holzpfahl und meine dann so „Tony… Ich glaube, wir sind auf dem Coast Path.“ Er so „Nein, so bin ich gestern auch her gekommen.“ Ich sage nichts. Dann ratscht der erste Strauch an seinem schönen BMW entlang, weil die Straße keine mehr ist, sondern nur noch ein Pfad. Er guckt nervös auf die Uhr und schaltet sein Navi ein. „Ich glaube, wir sind doch falsch“, sagt er dann. Ich schmunzel die ganze Zeit, weil ich schon mitten im Abenteuer Anreise bin.
Er dreht dann doch, weil die Straße für Fahrzeuge unpassierbar wird. Als wir an der Bushaltestelle ankommen, steht da ein Bus, er hält mit quitschenden Reifen davor, damit der Bus nicht wegkann. Ich fühle mich inzwischen wie im Film. Der Busfahrer schüttelt den Kopf, ich entschuldige mich. Ein Blick auf die Uhr sagt, das ist nicht mein Bus, aber er hat das gleiche Ziel. Abfahrt.

Dann folgen eine Verkettung sehr sehr glücklicher Umstände und statt um 17 Uhr in Bristol zu sein, steige ich dort um 13:30 Uhr aus dem Zug.
Bristol hat mir nicht gefallen, was aber daran lag, dass ich schon wieder Diebstahl und Schlägerei auf offener Straße hatte.
Also ab zum Airport, denn da ist meine letzte Übernachtung. Ich gehe morgen früh schön zu Fuß. Ich brauche kein Taxi, keinen Zug und vor allem keinen Bus.

Beim Absacker fällt mir auf, dass am Ende das größte Abenteuer die ersten Minuten mit Tony waren. Ich schmunzel. Unverhofft kommt oft.
