Ein Buch, das 10 Jahre alt ist und aktueller denn je. #collienfernandes
Gerade in den derzeitigen Diskussionen war diese Lektüre über Feminismus eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem aktuellen Geschehen und den elementaren Fragen des Frau seins. Warum kann jede von uns eine Geschichte erzählen, die mit Grenzverletzungen zu tun hat? Eine Geschichte, die nicht erfunden, sondern wahr ist. Und eine der wichtigsten Fragen ist, warum zur Hölle schweigen wir? Giséle Pelicot hat eine Antwort darauf: Weil die Scham die Seite wechseln muss. Aber soweit sind wir leider noch nicht.

In „Untenrum frei“ geht es um Rollenbilder und Schamgefühl. Was uns beigebracht wird, wie wir als Frau zu sein haben und ein Aufruf dazu, eben aus diesen Klischees auszubrechen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, an manchen Stellen etwas langatmig. Es ist eben kein Roman, sondern Stokowskis Sicht auf uns Frauen in der Welt.
Mein Lieblingssatz: „Ich hab an Einsamkeit und an Gemeinsamkeit geglaubt, an Schnaps und Musik und die Freiheit, und dann wieder auf die Fresse bekommen. Ich habe ans Aufstehen und ans Liegenbleiben geglaubt, an die Ruhe und den Sturm, und ich weiß nicht, was noch kommt und woran ich in meinem Leben noch glauben werde, aber ganz sicher niemals ans Schweigen.“
⭐️⭐️⭐️
