Ich kann‘s noch (Scharbeutz)

Falls ihr mal in die Nähe von Lübeck kommt, findet ihr nordöstlich einen absoluten Miniaturort namens Gothmund. Ein absoluter Traum. Vielleicht 30 unfassbar schöne Reet- und Fachwerkhäuser wie aus einer Zeitreise gefallen.

Ich kanns noch: Orte finden, die niemand kennt.

Als der Himmel aufreißt, disponiere ich spontan um. Ich will ans Meer und zwar jetzt. Google Maps zeigt mir eine Mautstraße an. Ich denke „Hä? Das kann ja nur für LKW sein.“ und fahre weiter. Dann kommt der Point of no return, alles Maustellen vor mir mit der Überschrift „Travetunnel“ und keine Möglichkeit, umzudrehen. Ich… In einer Sekunde Puls auf 200, Schweißausbrüche. Travetunnel? Hab ich noch nie gehört, wie lang zur Hölle ist der?! Panik. Bis mein Körper die Antwort „1000 Meter“ verarbeitet hat, steht mein Auto inzwischen in Scharbeutz. Ich kanns noch: Apokalypse im Bruchteil von Sekunden.

Jetzt muss noch ein Campingplatz her. Telefon beantwortet hier keiner mehr, also fahre ich vor. Alles rappelvoll, beim vierten klappts. Meiner Solaranlage sei Dank. Erste Amtshandlung wie immer:

Die Menschen tragen hier übrigens unten lang und oben lang, denn der Wind ist heftig und eiskalt. Aber das ist mir egal, die Sonne scheint.

Ich freue mich so über das Leben, das ich führen kann. Darüber, dass ich hier mit meinem Bulli am Meer stehe und die Sonne scheint. Und über die Menschen, die ich lieb hab und die mich lieb haben.

Ich kanns noch: richtig doll glücklich sein.

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