Auszeit – Die ersten Schritte

Du hast also den klaren Wunsch und das Geld zusammen…

… dann erstelle zuerst einen Zeitplan. Bestimmte Reiseziele bringen besondere Reisezeiten mit sich, du willst Kurse belegen, die zu bestimmten Zeiten stattfinden oder einfach den Sommer am Meer verbringen… Erstelle den Zeitplan für dein Projekt (beispielsweise April bis Oktober) und von da an rechnest du rückwärts. Dabei prüfst du folgende Faktoren:

Danke fürs Foto an Gerd Altmann auf Pixabay
  1. Deine Arbeitsstelle: Willst du kündigen oder deinen Arbeitgeber um eine Auszeit bitten? Schätze realistisch ein, wie lange die Gespräche mit Vorgesetzten und Personalabteilung dauern, bis es zu einem Ergebnis kommt. Willst du kündigen, berechne anhand deiner Kündigungsfrist deinen Kündigungstermin. Ich persönlich habe einen Monat früher gekündigt, weil ich meinen Arbeitsplatz mit Anstand verlassen wollte und nicht irgendwie.
  2. Die Bundesagentur für Arbeit: Falls du kündigst, musst du dich beim Arbeitsamt melden, auch wenn du in eine Auszeit gehst. Das geht inzwischen online und ist ganz einfach. Nach deiner Registrierung erhältst du einen Termin, in dem du erklärst, dass du eine Auszeit nimmst. Du meldest dich an und im selben Atemzug wieder ab, das hat den Vorteil, dass deine Sperre in Abwesenheit abläuft. Somit hast du an Tag eins deiner Wiederanmeldung in der Agentur Anspruch auf Arbeitslosengeld. Hierbei musst du berücksichtigen, dass das vermutlich nicht deine Kosten deckt (ca. 60% deines Durchschnittsnettoeinkommens der letzten 12 Monate) und du das Geld erst am Ende des Monats bekommst. Hier sollest du dir also unbedingt einen Puffer in deine Kalkulation einbauen. (Ich setze hier voraus, dass du überhaupt Anspruch auf „Leistungsentgelt“ wie es neuerdings heißt, hast.)
  3. Die Krankenversicherung: Melde dich bei deiner Krankenkasse und sag ihr, dass du eine Auszeit machst. Sie nimmt dich dann für diesen Zeitraum in die sog. Freiwillige Krankenversicherung auf. Da du kein Einkommen hast, ist dein Beitrag der Mindestsatz. Das weicht von Kasse zu Kasse ab, bei mir waren es 220 Euro pro Monat. Den Betrag solltest du unbedingt in deinem Kostenblock berücksichtigen, der war ja vorher nicht da. Du behältst deine Karte und Versichertennummer, das ist ganz unkompliziert. Wichtig: Denke daran, dass unsere Krankenversicherungen nur in Ländern innerhalb der EU gelten. Wenn du dich wie ich zum Beispiel längere Zeit in einem Nicht-EU-Land aufhältst, dann brauchst du dafür eine separate Versicherung. Ich habe als Dauer-Englandreisende aber sowieso eine Auslandskrankenversicherung, die ich einfach um ein paar Wochen aufgestockt habe. Sobald du weißt, wann deine Auszeit endet, kündigst du und sobald du als arbeitssuchend giltst, bist du wieder „normal“ gesetzlich versichert.
  4. Die Rentenversicherung: Bietet dir die Möglichkeit, am Ende des Jahres die nicht gezahlten Beträge nachzuzahlen. Ob du das möchtest und inwieweit das für dich Sinn macht, lässt du dir am besten in einem Beratungsgespräch erklären. Das macht die Rentenversicherung telefonisch auf ihrer 0800-Servicenummer. Schnell und unkompliziert. Wenn du nachzahlen möchtest, musst du die Beträge natürlich mit in deinem Kostenblock berücksichtigen.
  5. Braucht deine Reise oder Projekt eine bestimmte Ausstattung wie Auto, Ausrüstung oder Kenntnisse und Fähigkeiten? Dann kalkuliere das unbedingt mit in deinen Zeitplan ein.
  6. Checke alles, was du unbedingt brauchst und ein Ablaufdatum hat: Personalausweis, Reisepass, Kreditkarte, EC-Karte, … und fordere sie ggf neu an.

Fortsetzung folgt.

2 Kommentare

  1. Wow! Das ist ja mal ein wirklich knapper, aber kompletter Überblick über die wichtigen Fragen, die sich alle Auszeit-Willigen stellen. Das habe ich vor unserer eigenen Auszeit im Internet so nicht gefunden. Wie du mussten wir uns die Details alle selbst zusammensuchen. Super, Darina!

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