Es läuft alles wie am Schnürrchen. Zu Fuß in den Flughafen, Rucksack aufgeben, fertig machen zum Abflug. Die Lufthansa ist hier offensichtlich ein Exot, es steht alles voller Easy Jet Maschinen. Hinter der Sicherheitskontrolle sind die Bars proppenvoll mit Gruppen wie Sportmannschaften und Junggesellenabschieden. Klar, es ist Freitag morgen und ihr Ziel heißt Palma de Mallorca.


Die Frechheit der Woche… In der Flughafendrogerie ziehen sich zwei junge Männer ihr T-Shirt aus, cremen sich mit Sonnencreme ein und stellen sie ins Regal zurück. Vom Personal aufgefordert, diese zu bezahlen, antworten sie „Die stand da schon offen“ und gehen. Ich bekomme meine Kinnlade gar nicht wieder hoch.
Ja, natürlich gibt es auch diese Engländer. Und ich bin mir sicher, dass sie am Strand von Palma auch auf Gleichgesinnte aus anderen Ländern treffen werden.
Leider fährt mir der ICE am Hauptbahnhof in Frankfurt vor der Nase weg. Ich nehme das gelassen, weil ich mich freue, zurück in Deutschland zu sein. Im Zug wieder das übliche Unbeliebtmachen bei einer Frauengruppe, die den gesamten Ruhewagen beschallt. Warum bin ich eigentlich immer die, die den Mund aufmacht? Wahrscheinlich weil ich die kürzeste Zündschnur habe.
Nicht mehr gelassen nehme ich den zweifachen Ausfall meiner S-Bahn. Nach 12 Stunden unterwegs sein möchte ich einfach nach Hause. Nach 2 Stunden verplemperter Zeit nehme ich den Bus. Unfassbar: Ich brauche doppelt so lange von Hannover nach Sehnde wie der Flieger von Bristol nach Frankfurt.

Voller Neugier stelle ich mich zu Hause auf die Waage, um mir anzeigen zu lassen, was mein langer Marsch mit meinem Körper gemacht hat. Ich schätze minus 3 Kilo und auf jeden Fall ein deutlich gesunkener Körperfettanteil. Das Ergebnis: Nichts. Alles genau wie vorher. Ich schüttel die Waage und mach es nochmal: Das selbe Ergebnis. Ich fass es nicht. Du ackerst den ganzen Tag, isst abends nur Salat und dann das?! Ich zucke mit den Schultern, mache mir ein eiskaltes Bier auf und sage „Dann ist das so.“ Wie man sich täuschen kann.
