50 Kilometer – ein neuer Versuch

Der Sommer hat sich verabschiedet, der Herbst ist eingezogen. Und damit auch die letzte Chance für dieses Jahr, die 50 Kilometerdistanz zu schaffen, denn das Helligkeitszeitfenster ist nur noch 12 Stunden lang und bekannterweise ist das auch die Zeit, die man für 50 Kilometer braucht.

Samstag Morgen, der Wecker klingelt als würde ich zur Arbeit gehen. Die Wettervorhersage prognostiziert Sonnenschein bei 13 Grad.

Zum Sonnenaufgang am Kanal – das war ich auch noch nicht. #Firsttimes 😉 Hier bin ich immer nur zum Sonnenuntergang.

Durch die Feldwege entlang der Billerbachquelle zwischen Ingeln und Bledeln.

Der Billerbach fließt von seiner Quelle über Bolzum, Sehnde, hinter Rethmar entlang und mündet Richtung Hämelerwald in die Burgdorfer Aue. Ihn kennt jedes Kind, das hier in der Gegend aufgewachsen ist. 40 Jahre lang verwildert, wird er jetzt für 500.000 Euro renaturiert. Ja, nee, is klar… Geld ist da, sag ich immer wieder.

Absoluter Geheimtipp sind die Delmer Eichen. Delm war ein Dorf an der Landkreisgrenze zwischen Hannover und Hildesheim mit verrückter Geschichte.

Um 10 Uhr erreiche ich Sarstedt und laufe einer Arbeitskollegin in die Arme, da muss ich den Kiez noch erkunden, heute ist ein guter Anfang und ich finde viele schöne Ecken.

Erstmal zweites Frühstück, dann kommt die nächste Niemandslandetappe ohne Infrastruktur.

In Ruthe an der schönen Leine trifft mich der erste Schauer. Da hab ich aber Glück, das Dorf leistet sich einen überdachten Bücherschrank.

An den Koldinger Seen dann Schauer Nummer zwei und drei, da ist dann nichts mehr mit unterstellen.

Aufgrund der Wettervorhersage habe ich meine Regensachen natürlich zu Hause gelassen. Muss ich euch ja nicht sagen, sprach der Gepäcksparfuchs.

Kurz vor Gleidingen kommt der Supergau:

Ich checke meine Möglichkeiten und komme zu der Erkenntnis: Ich muss da durch. Ich entscheide mich also für einen Seiltanzversuch. Puls 300. Während ich das Geländer entlang robbe, knistern die Spinnenweben in meinen Haaren, boah, ist das eklig. Und sämtlichen Grünspan nehm ich natürlich auch noch mit.

Schauer Nummer vier zaubert einen traumhaften Regenbogen.

Und das Fünfte ist kein Schauer, sondern ein Weltuntergang. Keine 10 Minuten, aber ich bin komplett durch und mir läuft das Wasser aus Schlüpfer und Schuhen. Es sind noch 10 Kilometer Rest bei eiskaltem Wind… Nein, bei aller Liebe und Ehrgeiz: Nein. Ich rufe meinen Freund Burghi an, der schon mit „Soll ich dich retten?“ ans Telefon geht. Der Zufall will es, dass er gerade im Auto keine 10 Minuten von mir entfernt ist. Weil ich nicht noch den ganzen Sitz mit Wasserrändern hinterlassen will, versuche ich auf diese Weise, den Schaden so gering wie möglich zu halten:

Zu Hause angekommen, ziehe ich sofort den Rest aus und lege mich in die heiße Badewanne.
Fazit: Leider wieder nicht geschafft, aber es war ein wunderschöner Tag mit wieder Mal unvergesslichen kleinen Abenteuern und eine der schönsten Strecken, die ich je gelaufen bin.

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2 Kommentare

  1. Boa! Abenteuer vor der Haustür! Das mit dem Tunnel, das war ja krass. Und der Regen – voll gemein! Ich habe beim Lesen mitgefiebert. Und lass dir sagen: 40 Kilometer, das ist ja auch schon was! 😄👍

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