Straff (Valetta)

6:30 Uhr klingelt jeden Morgen mein Wecker. Ein Nachteil im Doppelzimmer, den ich völlig verdrängt hatte: es müssen ja zwei ins Bad. Aber ich will mich nicht beschweren, denn nachdem ich mir einen Überblick über die Gruppenteilnehmer verschafft habe, kann ich euch versichern, dass ich mit Uschi den absoluten Jackpot gezogen habe. Dafür stehe ich auch gern als erste auf.

Das Programm hier ist noch straffer als das in Finnland. Also nach dieser Reise brauche ich definitiv Schlaf, Erholung und Alleinsein. Aber ich habe mir das ja ausgesucht, denn ich lasse mir die Kultur dieses Landes lieber erzählen als mich in einem Reiseführer zu belesen. Und lieber im „Privat-Bus“ über die Insel fahren als jeden Tag mit Öffis bei der Hitze stundenlang über die Insel zu gurken. Heute steht Valetta auf dem Programm, die Hauptstadt.

Es ist heiß und proppenvoll. Ich mache nur wenig Fotos, weil ich die Eindrücke gar nicht einfangen kann. Die Stadt ist fantastisch und muss man gesehen haben.

In der Kathedrale hängen Bilder von Caravaggio, von dem man sagt, er könne mit Licht malen. Kann er. Unfassbar schön. Das bewegendste, was ich nach Michelangelos Pieta je gesehen habe.

Meine Mittagspause verbringe ich mit Marina. Uns beide verbindet unter anderem die Liebe zum Genuss und so leisten wir uns ein Essen in einem tollen Fischrestaurant.

Die Gruppe besteht aus 18 Teilnehmern. Dabei sind 3 Ehepaare, ein Singlemann, Rest Singlefrauen. Das Alter schätze ich zwischen 40 und 70, der Schnitt könnte 55 sein. Die Combo ist absolut heterogen. Auf die Dauer von 14 Tagen sehe ich Sprengstoff. Meinen eigenen inklusive. Ich könnte es ja auch als Training für den Wiedereinstieg ins richtige Leben betrachten, denn der steht ja demnächst auch an. Wir dürfen gespannt sein!

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